Telemedizin für ältere Menschen: So klappt der Arztbesuch per Video

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Das Wichtigste in Kürze

  • Videosprechstunden sind normale Kassenleistungen; die Praxis rechnet sie direkt ab.
  • Gut geeignet für Folgetermine, Rezepte und Befundgespräche; nicht für alles.
  • Ein Probetermin mit harmlosem Thema nimmt die Hemmschwelle.

Telemedizin für ältere Menschen: So klappt der Arztbesuch per Video

Ein Arzttermin ohne Anfahrt, ohne Wartezimmer, ohne Parkplatzsuche: Die Videosprechstunde macht das möglich. Und sie ist einfacher als ihr Ruf.

Was die Videosprechstunde ist

Sie sprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt per Video über ein sicheres Programm, meist am Smartphone, Tablet oder Computer. Der Termin wird wie üblich vereinbart; statt im Wartezimmer sitzen Sie zu Hause.

Schritt für Schritt

1. Nachfragen: Fragen Sie bei Ihrer Praxis nach, ob Videosprechstunden angeboten werden. Viele Praxen nutzen inzwischen Systeme wie Smartdoctor oder ähnliche Anbieter; manche Kassen haben eigene Portale (z.B. TeleClinic je nach Kasse).

2. Technik prüfen: Sie brauchen ein Gerät mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. WLAN empfohlen. Beim ersten Mal fünf Minuten früher dazusetzen.

3. Termin buchen: Online oder telefonisch wie gewohnt. Sie erhalten einen Link per SMS oder Mail.

4. Kurz vor dem Termin: Ruhiger Ort, gutes Licht ins Gesicht, Brille und Hörgeräte einschalten, Medikamentenliste bereitlegen.

5. Das Gespräch: Läuft wie im Sprechzimmer: Symptome beschreiben, Fragen stellen, Rezept wird digital ausgestellt (E-Rezept).

6. Nachher: Vereinbarungen notieren; unsere Checkliste „Arztgespräch vorbereiten" hilft dabei.

Wofür es sich eignet (und wofür nicht)

Geeignet:

  • Folgeuntersuchungen und Verlaufskontrolle
  • Rezeptanfragen und Überweisungen
  • Beurteilung von Hautveränderungen im sichtbaren Bereich
  • Besprechung von Laborbefunden
  • Beratungsbedarf bei Reiseimpfungen

Nicht geeignet:

  • Alles mit Tasten, Abhören, Ultraschall
  • Akute starke Schmerzen oder Notfälle (112 rufen!)
  • Wenn Sie unsicher sind, ob das Problem ernst ist

Kosten und Datenschutz

Videosprechstunden sind reguläre Kassenleistungen; es gilt die übliche Praxisgebührenlogik bzw. Zuzahlungslogik nicht zusätzlich. Die Programme sind verschlüsselt; Daten dürfen nur für den Behandlungszweck genutzt werden. Wer trotzdem zurückhaltend ist: Im Wartezimmer sitzen andere zuhörend; per Video hört niemand mit.

Der Probetrick

Vereinbaren Sie einen kurzen Termin für ein harmloses Thema (Rezeptverlängerung, Impfausweis-Kontrolle). So lernen Sie die Technik kennen, bevor es um Wichtiges geht.

Häufige Fragen

Mein Arzt bietet keine Videosprechstunde an. Alternativen?

Einige kasseneigene Telemedizin-Zentren bieten Videotermine unabhängig vom Hausarzt an; fragen Sie Ihre Kasse. Für Rezeptfragen gibt es außerdem telemedizinische Facharzt-Dienste.

Ich sehe und höre schlecht. Geht das trotzdem?

Ja: Untertitel-Funktionen helfen beim Hören, große Displays beim Sehen. Sagen Sie es zu Beginn des Termins; dann spricht die Gegenseite langsamer und zeigt Dokumente in die Kamera.

Dieser Artikel ersetzt keinen Besuch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen und Stand

  • GKV-Spitzenverband: Informationen zur Videosprechstunde als Regelleistung, gkv-spitzenverband.de
  • KBV: Abrechnungsinformationen Videosprechstunde, kbv.de
  • Verbraucherzentrale: Ratgeber Telemedizin, verbraucherzentrale.de

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